Kapitel 11 – Das erstmal letzte vorletzte Mal

Wir betraten die Bühne. Alle Signale standen auf Grün. Die kleinen Lämpchen leuchteten in den Verstärkern und Boxen. Kennys Keyboards glänzten wie frisch gebohnert. Nur die Monitorboxen, die brummten immer noch ein wenig. Da hatte ich mich wohl in dem Techniker getäuscht. Hatte der wohl doch nicht so hinbekommen. Nun. Machte nichts weiter. Gleich würde es sowieso laut. Der schwere Vorhang, der den Blick vom Zuschauerbereich auf die Bühne nicht zuließ, wurde hochgezogen. Sozusagen gelüftet.

Wir knallten unser Intro heraus. Die Menge stand Kopf. Nicht nur einige wenige, sondern scheinbar einige viele der Leute kannten uns und wir sahen auch ältere Köpfe unter den Zuschauern. „Rising Devils“, „Bloom“, „Pelham Station“, „Paranormal“, „Safari Dudes“, „Splinter“, „Fly With Us(S)“, „Dreaming And Screaming“, „Power Sod“. Ende. Unser Teil der ersten Show war vorbei. Tobender Applaus. Für Zugaben war keine Zeit. Sorry, Fans. Ging nicht. Die Zeit war heute unser Feind.

Die Temperaturen sind am frühen Abend hier einigermaßen erträglich. Wir waren zwar durchgeschwitzt. Das schuldete ich allerdings mehr den Scheinwerfern und der Hitze in diesem Oval. Verursacht natürlich auch von den Menschenmengen. Die schwüle und feuchte Luft konnte nirgendwohin entweichen.

Sam und seine Band waren schon hinter der Bühne, hatten aber noch ausreichend Zeit. „Wie war der optische Eindruck?“, fragte mich Sam.

„Also. Ich kann wirklich sagen: Tolles Publikum. Die saugen die Musik auf. Und einige schienen uns zu kennen oder wiederzuerkennen. Da habt ihr vermutlich wieder leichtes Spiel heute“, sagte ich und verzog mich mit meinen Jungs in den uns zugewiesenen Garderobenraum.

Nichts. Kein Essen. Nur gekühlte Getränke. Allerdings auch kein Alkohol. Einige bekamen kleine Augen. So Zugekniffene. Ich war ja sowieso nicht für die Alk-Dinger. Ab und zu einmal ein Bier. Das war für mich okay. Aber die harten Sachen, die die anderen immer und überall forderten? Nee. Igitt. Von dem Gedanken daran bekam ich schon in aller Regel Kopfschmerzen. Ein paar Reste vom Mittag lagen herum. Ich griff zu einer Cola und schluckte die in einem Zug weg. Der Mist kam natürlich umgehend wieder aus meinen Poren heraus. Das war mir aber egal. Ich musste sowieso duschen und freute mich schon auf die kühle Nässe gleich.

Die ersten Töne von den Heads drangen durch die Katakomben. Die knallten doch tatsächlich die harten Riffs zuerst raus. Gut. Konnten die sich auch bei dem Publikum sicher leisten.

„Kommt. Lasst uns hier abhauen. Ich will duschen und dann etwas Essen. Nur eine Kleinigkeit. Wer kommt mit?“, fragte ich in die Runde. Alle hoben die Hand. „Gut so. Dann werde ich euch zu dem unglaublichen Diner gleich hier um die Ecke führen, den wir damals schon einmal besucht haben“, meinte ich beiläufig.

„Du willst nur die hübsche Brünette wiedersehen“, grinste Freddy mich an und klopfte sich vor Spaß auf seine Schenkel. „Wäre schon möglich“, sagte ich. „Aber denk mal daran. Das ist schon drei oder vier Jahre her. Die ist heute verheiratet, hat Kinder und kümmert sich zu Hause um den Haushalt. Ihr Mann ist hier bei der NASA und bringt ausreichend Geld mit nach Hause“, nahm ich den Faden auf und sponn ihn weiter mit einem breiten Grinsen in meinem Gesicht: „Und die ist echt fett geworden. So nach Art einer lieben Mutti. Ja: Die ist Mutti und Ehefrau. Hat sich eventuell auch etwas gehen lassen. Ist  ja jetzt verheiratet. Da braucht sie nicht mehr so viel Wert auf ihr Äußeres zu legen. Und vermutlich erwartet sie schon das nächste Kind. Also ist sie noch dicker als normal. Geschätztes Gewicht: 85 kg. Bei der Geburt des ersten Kindes vermutlich Kaiserschnitt.

Am linken und rechten Fußballen unterhalb der großen Zehen außen bilden sich Überbeine. Die ehemals strammen Brüste hängen jetzt ein wenig. Kommt vom Stillen. Nach dem zweiten Kind hängen die dann noch schlaffer. Da ihre Eltern nicht aufgepasst hatten und sich herausstellte, dass sie mit beiden Füßen als Kind etwas nach innen lief, bekam sie für ihre Schuhe nie unterstützende Einlagen. Als Fazit bekommt sie jetzt langsam aber sicher Plattfüße. Nicht so schön anzuschauen.

Die früher straffen Pobacken haben auch etwas gelitten. Man könnte sagen, sie hat jetzt einen Faltenarsch. Daher verzichtet sie auf allzu enge Hosen und zu kurze Röcke. Und wenn sie so etwas einmal anzieht, gut, da gibt es ja diese Stützhöschen. Ahh. Eine Frage noch: Wie alt war die damals eigentlich so ungefähr? Zweiundzwanzig oder Fünfundzwanzig? Oder doch noch älter. Ich weiß das einfach nicht mehr. Kann mir jemand helfen, der damals dabei war?“, beendete ich meine „philosophischen“ Ausführungen, die selbstverständlich in keiner Weise ernst gemeint waren. Aber so hoffte ich, dass die Jungs etwas weiter aufgeheitert werden.

Alles griente.

„Du hast aber auch wieder Phantasien“, sagte Rick. „Da kannst du doch einmal einen Song draus basteln!“

„Keine schlechte Idee“, meinte ich. „Und den Titel habe ich schon. ‚Brown Eyed Girl‘.“

„Krieg `ste sofort Ärger mit Van Morrison“, lachte Freddy. „Kommt, lasst uns abhauen!“

Dann gingen wir zum Bus. „Wer will zuerst?“, fragte Rick in die Runde. „Ich“, antwortete ich. „Dann lass gehen, Junge!“, forderte er mich auf.

Ich riss mir also die durchschwitzten Klamotten vom Leib und stellte mich unter die diesmal einigermaßen kalte Dusche. Nur noch ein Rest Haarshampoo in der Flasche. Da werde ich sofort einmal versuchen Neues zu bekommen. Wenn ich mir die Haare mit Seife oder Duschgel wasche, dann bekomme ich immer Schuppen. Und das ist eklig.

Als ich fertig war, standen schon Ken und Rick vor der Dusch-Tür. „Wie. Wollt ihr zusammen unter die Brause?“, feixte ich. ‚Blödmann‘ kam es im Duett zurück.

Nach einer halben Stunde waren alle durch und hatten frische Klamotten am Leib. Billy schloss die Bustür und ging hinüber zum Stadion. Wir marschierten Richtung nächste Straße links hinter dem Parkareal, das völlig zugestellt war mit Autos, und bogen dann halbrechts in eine Durchfahrtsstraße ab. Hier lag an einer Ecke ein Diner. Wie gesagt, kannten wir den schon von einem der letzten Auftritte vor ein paar Jahren hier. Als wir den Laden betraten, war der absolut leer. Das war aber kein Wunder. Die machten ihr Geschäft heute vor und nach den Konzerten. Also suchten wir uns einen großen Tisch, an dem alle Platz hatten und studierten die Speisekarte.

Ich nahm einen großen Becher Kaffee. Den gab `s, wie immer, auf lau. Dann bestellte ich eine Portion Ham ‚n‘ Eggs und einen Burger. Dazu eine große Cola. Die Jungs gaben auch ihre Bestellungen auf und wir fachsimpelten ein wenig über das heutige Konzert.

„Das war eigentlich leichtes Spiel bei dem Publikum“, begann Rick die Gesprächsrunde. „Ja“, meinte ich. „Aber jetzt warten wir erst einmal den zweiten Act ab und schauen, was da für Typen ankommen. Hoffentlich kennen uns davon auch einige und wir haben die gleiche positive Resonanz wie vorher. Das wäre der absolute Hit“, meinte ich.

„Generell können wir mit dem Ablauf der bisherigen Tour eigentlich zufrieden sein“, meinte Benny. „Keine großen Ausfälle und wenig Probleme. Außer der Tatsache, dass Rick seine Gitarre verloren hat.“

„Na, verloren ist gut“, erregte sich Rick. „Die Arschlöcher haben mir das Ding quasi vor meinen Augen von der Bühne geklaut. Das ist doch nicht verloren!“

„Sorry. Habe ich nicht so gemeint. Komm runter“, antwortete Benny. „Ja ja.“, gab Rick zurück. „Schöne Scheiße sowas. So ein Teil bekomme ich doch nie wieder. Das sind heute Sammlerstücke! Und die Modifikationen. Kriege ich so nie mehr hin.“

„Ja“, schaltete ich mich ein. „In der Tat. Das ist wie mit meinem Rickenbacker. Der ist auch unbezahlbar gewesen. Und dann war er weg. Einfach aus dem Studio heraus geklaut. Ich habe das Teil nie wiedergesehen. Und niemand will angeblich etwas bemerkt haben!“

Das Essen kam und wir schwiegen den Rest der Zeit. Nachdem wir fertig waren, wurde es schon wieder Zeit zurückzukehren. Die Bedienung, von der ich vorhin schwadroniert hatte, war übrigens hier nicht zu sehen. Vielleicht waren meine phantasievollen Vorstellungen von vorhin doch nicht so weit hergeholt.

Langsam schlenderten wir über den nach wie vor überfüllten Parkplatz in Richtung Bus. Billy war nicht da, aber wir kannten ja den Notknopf. Alle Mann hinein und in die Sessel gefläzt. TV an. Einmal kurz die Nachrichten schauen. 8.30 Uhr. Fertigmachen zum nächsten Gig. Von der anderen Band hat sich niemand sehen lassen. Die hauen sich vermutlich gerade in ihrer Garderobe die Birnen voll. Sollen sie. Haben sie verdient. Mein Blick streifte über den einsehbaren Teil des riesigen Parkplatzes und blieb an den sauber nebeneinander aufgereihten Trucks unserer Crew hängen. Ich wagte mir gar nicht vorzustellen, was diese Tournee im Endeffekt wieder kosten wird.

Auf ging `s. Bustür abschließen und ab Richtung Arena. Mehrere Cops waren mit der Verkehrsreglung beschäftigt. Tausende von Autos und noch mehr Menschen waren von dem Areal abzuleiten und die Neuankömmlinge einzuweisen. Das dauerte.

Zuerst noch einmal bei den Heads in der Garderobe vorbeigeschaut. Alle ziemlich durch den Wind, aber anscheinend glücklich. „War ein klasse Publikum“, meinte Rod. Roger und Sam nickten zustimmend. Sprechen ging bei denen nicht. Die hatten Bananen im Mund. Woher die die hatten? Keine Ahnung.

Wir machten uns fertig für den zweiten Auftritt des Abends und begaben uns zur Hinterseite der Bühne. Ich lugte einmal vorsichtig durch den Vorhang und stellte fest, dass die Geräuschkulisse nicht täuschte. Übervoll war es da wieder. Die Security hatte alle Hände voll zu tun. Und die Sanitäter wohl auch. Ich sah das rot-weiß-blaue Geblitze der Sanitätsfahrzeuge. So zwei oder drei gleich auf einmal in einiger Entfernung. Tja. Die Hitze und dann die Meute, in der man sich befindet. Je nach körperlicher Konstitution und je nachdem was man eingeworfen hatte, hält das nicht jeder aus. Und Junkies gehörten leider auch hier, wie überall, zum Publikum.

Punkt neun waren wir auf der Bühne und legten los. Routine. Nichts Besonderes. Wir spulten unser Programm aber natürlich mit der gleichen zur Schau gestellten Professionalität herunter wie die erste Rutsche. Schauspielerei war auch Teil eines Live-Auftrittes. Das Publikum wollte das so. Und wenn du schon Hunderte von Konzerten vor wiederum hunderttausenden von Leuten gespielt hast, dann spürst du schon wenn du auf die Bühne kommst, was für eine Art Publikum dich erwartet. Darauf musst du dich dann einstellen.

Die Vorgabe wurde genau eingehalten. Wir nahmen zum zweiten Mal für heute den Applaus dankend an und verzogen uns. Es war jetzt hier merklich kühler geworden.

Wir waren trotzdem schweißüberströmt.

Zuerst einmal wieder ab in den Garderobenraum. Noch einmal in die Eiskiste gelangt und ich trank diesmal lieber eine Orangenlimonade. Zuviel Koffein war jetzt nicht gut. Ich wollte auch noch schlafen können. Für mich nicht überraschend standen Manni mit Eleonore in der Tür und beglückwünschten uns zu dem gelungenen Auftritt. Die beiden Backstage-Pässe hatte er in der Hand und übergab sie Tony und beide bedankten sich noch einmal bei ihm. Gleichzeitig eröffnete er uns, dass er beim Abbau wohl doch nicht helfen könne und entschuldigte sich tausendfach.

„Die Pässe kannst du doch noch festhalten. Oder willst du nach Hause?“, fragte Tony ihn, der den Wunsch uns nun zu verlassen nicht richtig mitbekommen hatte.

„Ich werde noch ein paar Tage hierbleiben“, teilte er mit. „Und dann komme ich nach.“

„Nach?“, fragte ich irritiert. „Wohin?“ Denn der wusste ja gar nicht, wo wir ‚in ein paar Tagen‘ sein werden.

„Na, ihr seid doch übermorgen in Portland, oder nicht?“, fragte er nach.

„Ja, aber du hast gesagt, dass du noch ein paar Tage hierbleiben willst. Und auch mit deinem Mietwagen bist du sicher mindestens einen Tag unterwegs, wenn du nicht übernachtest. Also mit ‚ein paar Tage‘ ist das so eine Sache, Manni“, antwortete ich ihm und sah seinen etwas komischen Blick, der mich traf.

Manni schaute zu Eleonore hinüber, die sich bedeckt gab. Ich konnte ihn schon verstehen, wenn er mit ihr noch ein paar Tage hier verbringen möchte und sagte ihm das dann auch.

„Also gut. Jetzt einmal Butter bei die Fische. Du möchtest gern noch ein paar Tage mit Eleonore verbringen. Vielleicht auch länger. Das kannst du natürlich. Wir sind ja beide nicht miteinander verheiratet. Also wenn du noch einmal zu uns stoßen willst oder einen Teil der letzten Tour begleiten möchtest, dann müsstest du übermorgen in Portland sein. Wir machen da zwei Konzerte hintereinander. Eins an dem Tag, an dem wir ankommen. Und dort ankommen werden wir in etwa 35, vielleicht 40 Stunden, falls Billy gut durchkommt. Also übermorgen, 19.00 Uhr, ist das erste Konzert.

Das zweite dann einen Tag später, abends um 21 Uhr. Wenn das Ding beendet ist, haben wir Urlaub. Genau drei Monate. Zunächst war geplant, bei Kenny `s Schwestern in Seattle zu bleiben. Das musste inzwischen allerdings umgeworfen werden, weil, wie Kenny erzählte, die eine in Urlaub und die zweite krank ist. Das heißt, dass Kenny die wohl nur kurz besuchen wird. Schade, weil Kenny in seinem Elternhaus in Seattle, in dem eine seiner Schwestern wohnt noch ein komplettes Analog-Tonstudio besitzt. Da hätten wir gern entstaubt und geprobt. Geht aber nun ja eben nicht.

Und so werden Kenny und ich zu Hause bei Rick ein paar Tage wohnen. Der hat zu Hause auch ein hübsches kleines Tonstudio und wir wollen da ein paar Texte mit Melodien versehen. Wenn du verstehst, was ich meine. Alle anderen verdünnisieren sich also vermutlich in verschiedene Himmelsrichtungen. Rick wohnt in Seattle. Wir nehmen also von Portland einen Billig-Shuttle nach Seattle. Die Adresse von Rick (ich blickte zu dem hinüber, der schon zustimmend nickte), gibt dir gerne Billy, falls du ihn noch antriffst. Wenn du dir das überlegt hast, kannst du Billy auch gern im Bus anrufen. Nach dem zweiten Auftritt in Portland chauffiert Billy uns zum Flughafen und er ist dann mit den übrigen Leuten auch weg. Also wie gesagt. Wenn du noch nach Portland oder Seattle kommen möchtest, überlegst du dir das“, beendete ich die Ansprache.

Manni zögerte einen Moment, um dann zu erwidern: „Klasse. So machen wir das.“ Und zu Rick: „Danke, dass ich eventuell kommen darf!“

„Kein Problem“, meinte Rick. „Nur ich muss das natürlich vorher wissen, damit Katy, meine bessere Hälfte, etwas vorbereiten kann.“

„Nee. Schon klar. Danke noch einmal“, kam von Manni. Dann zog er mich am Arm aus dem Raum und sagte, dass ich nicht böse sein soll und dass er sich nicht im Zorn trennen möchte und so weiter und so fort.

Ich beruhigte ihn erst einmal und betonte noch einmal, dass er sich das alles in Ruhe überlegen solle, was wir jetzt besprochen hätten.

Manni ging dann mit seiner Eleonore, der ich immer noch nicht richtig über den Weg traute, den Ausgängen entgegen. Am Ende des Ganges drehte er sich noch einmal kurz um und winkte mir zu. Ich winkte zurück und ging dann zu meinen Kumpels zurück.

„Komischer Kerl, oder?“, fragte mich Rick. „Na ja“, sagte ich. „Der ist eben immer schon so gewesen. Röcke haben ihn immer schon ganz besonders interessiert. Und obwohl ich ihn schon fast fünfzehn Jahre nicht mehr gesehen habe, scheint er sich diesbezüglich nicht oder nur unwesentlich geändert zu haben.“

„Wenn die fertig sind (gemeint waren die Heads), dann hopp, hopp, Abbau. Alle bitte“, kam Tony herein und stimmte uns auf die noch vor uns liegende Arbeit ein.

Paul schaute über seine Schulter und hob die Hände wie zum Gebet. Allerdings von einem Lächeln begleitet.

„Und noch etwas: Bei Mick liegt der Plan für jeden von euch. Ein Blatt für jeden Einzelnen. Den habe ich so im Vorbeigehen mal eben noch geschrieben und kopiert“, meinte er und klopfte sich lachend selbst auf die Schulter. Er schien jetzt etwas gelöster zu sein als noch heute Nachmittag. Vermutlich sind ihm gefühlte fünfzig Tonnen vom Herzen und von der Seele gefallen. Weil alles bisher gut gelaufen ist.

„Nee. Du bist schon ein toller Mann. Ich möchte nicht wissen, was die Plattenleute ohne dich irgendwann einmal machen. Wenn du mal nicht mehr da bist, meine ich“, scherzte Benny. Lautes Gelächter bei allen Anwesenden. Tony nahm das nicht krumm. Ganz im Gegenteil.

„Dann haben die einen anderen Bekloppten“, antwortete er. „So Bekloppte wie mich gibt es doch an jeder Ecke. Jeder ist zu ersetzen. Manches Mal besser, manches Mal schlechter. Und wenn irgendwann einmal mein linker vorstehender Schneidezahn nicht mehr um die Ecke blitzt, dann ist es eben die dicke Lippe oder die lange Nase eines Anderen“, scherzte er noch.

Die Zeit zog sich ein wenig. Wir hörten jetzt seit Monaten dieselben Songs und spielten auch selbst immer dasselbe

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